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Dolomiten im Winter: Skigebiete, Sellaronda, Anreise und Skipass

Die Dolomiten gehören zu den eindrucksvollsten Skiregionen der Alpen: helle Felstürme, die im Abendlicht glühen, breite Pisten zu ihren Füßen und Hütten, in denen der Speck auf dem Brett liegt. Seit 2009 zählen die Dolomiten zum UNESCO-Weltnaturerbe. Dieser Guide ordnet die Region für den Winter 2026/27: welche Gebiete es gibt, wie die Sellaronda funktioniert, was der Skipass kostet, wie du anreist und was in Italien gilt.
Auf einen Blick
| Thema | Kurzinfo |
|---|---|
| Verbund | Dolomiti Superski: 12 Skigebiete, 1 Skipass |
| Pisten | rund 1.200 km, davon etwa 360 km blau, 720 km rot, 120 km schwarz |
| Lifte | rund 450 Anlagen |
| Saison 2026/27 | Ende November bis Anfang oder Mitte April, je nach Gebiet |
| Tagesskipass | ab 80 € (Saison), 89 € (Hochsaison) für Erwachsene |
| Berühmteste Runde | Sellaronda, rund 40 bis 44 km um den Sellastock |
| Anreise | Autobahn A22 (Brenner), Bahn bis Bozen, Flughäfen Bozen, Innsbruck, Verona |
Die Region: Felsen und Weltnaturerbe
Die Dolomiten sind ein Gebirge aus hellem Kalk- und Dolomitgestein, dessen Schichten rund 250 Millionen Jahre alt sind. Das UNESCO-Weltnaturerbe umfasst neun Gebirgssysteme, vier davon in Südtirol, darunter die Nördlichen Dolomiten mit den Drei Zinnen und Schlern-Rosengarten mit Latemar. Skifahren findet im Schatten dieser Felsen statt: Die Pisten liegen in Tälern und auf Hochplateaus, die Kulisse ist selbst ein Teil des Erlebnisses.
Dolomiti Superski: ein Pass für zwölf Gebiete
Der Verbund Dolomiti Superski verbindet 12 Skigebiete, 45 Bergdörfer und 12 Täler in Südtirol, im Trentino und in der Provinz Belluno. Ein einziger Skipass gilt für alle Gebiete. Zusammen bieten sie rund 1.200 Pistenkilometer und etwa 450 Lifte, die Abfahrten liegen zwischen rund 1.500 und 3.200 Metern. Etwa 400 Hütten sorgen für die Einkehr. Weil der Verbund so groß ist, lohnt sich vor der Buchung die Frage: Welches Gebiet passt zu mir?
Die wichtigsten Skigebiete im Vergleich
Die Pistenkilometer unterscheiden sich je nach Quelle, die Zahlen sind Richtwerte.
| Gebiet | Pisten (ca.) | Charakter |
|---|---|---|
| Gröden und Seiser Alm | 175 bis 180 km | Größtes Gebiet, Weltcupstrecke Saslong, Einstieg in die Sellaronda, weite sanfte Pisten auf der Seiser Alm |
| Alta Badia | 130 km | Orte rund um Corvara und Colfosco, Weltcuppiste Gran Risa, viele Hütten, direkter Zugang zur Sellaronda |
| Kronplatz | 120 km | Freistehender Berg mit Abfahrten in alle Himmelsrichtungen, Museen LUMEN und MMM Corones am Gipfel |
| 3 Zinnen Dolomites | 115 km | Fünf Skiberge zwischen Sexten, Innichen und Vierschach mit Blick auf die Drei Zinnen |
| Carezza Dolomites | 40 km | Sonnig, viele leichte und mittelschwere Pisten, Kulisse des Karersees, gut für Familien |
| Cortina d'Ampezzo | k. A. | Bahnen auf Faloria und Tofana, Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2026 |
Dazu kommen unter anderem Arabba, das Fassatal und San Martino di Castrozza. Als Faustregel: Wer weite, sanfte Pisten und Panorama sucht, ist auf der Seiser Alm gut aufgehoben. Sportliche Fahrer finden in Gröden und Alta Badia anspruchsvolle Abfahrten, Familien und Anfänger profitieren von Carezza, der Kronplatz bietet lange, gleichmäßige blaue und rote Pisten. Wer den Skitag mit Landschaft und Fotos verbinden will, ist im Hochpustertal richtig.
Die Sellaronda: einmal um den Sellastock
Die Sellaronda ist die bekannteste Skirunde der Dolomiten. Sie führt über vier Pässe, Pordoi, Sella, Grödner Joch und Campolongo, einmal um das Sellamassiv. Insgesamt sind es rund 40 bis 44 Kilometer, etwa die Hälfte davon auf Skiern, der Rest mit Liften. Die Quellen weichen hier leicht ab: Der Verbund nennt 44 Kilometer mit 23 Pistenkilometern.
- Richtung: Im Uhrzeigersinn ist die Runde orange beschildert, gegen den Uhrzeigersinn grün. Beide Richtungen sind möglich, empfohlen wird die Variante gegen den Uhrzeigersinn.
- Dauer: etwa sechs Stunden, an einem Tag machbar.
- Schwierigkeit: mittelschwer, mit etwas Ausdauer. Es gibt keine ausgesprochen schweren Passagen.
- Skipass: Ein Dolomiti-Superski-Pass genügt, da die Runde mehrere Gebiete verbindet.
- Zeitplan: Starte spätestens um 10 Uhr und sei spätestens um 15:30 Uhr auf dem letzten Pass, um rechtzeitig zurückzukommen. Bei Schneetreiben und starkem Wind können einzelne Anlagen geschlossen sein.
Beliebte Ausgangspunkte sind Wolkenstein, Corvara, Arabba und Canazei. Die Runde hängt an den Liften: Wer zu spät startet, riskiert, nicht mehr zurückzukommen. Prüfe am Morgen den Liftstatus.
Skipass und Preise 2026/27
Die folgenden Preise gelten laut Preisliste des Verbunds mit Stand Ende September 2026 (Erwachsene, in Euro, jeweils Saison und Hochsaison). Die Hochsaison gilt vom 20. Dezember 2026 bis 9. Januar 2027 und vom 31. Januar bis 20. März 2027.
| Pass | Erwachsene | Junioren (Jahrgang 2009 bis 2018) | Senioren (Jahrgang 1961 oder früher) |
|---|---|---|---|
| 1 Tag | 80 / 89 | 56 / 62 | 72 / 80 |
| 3 Tage | 231 / 257 | 162 / 180 | 208 / 231 |
| 6 Tage | 407 / 453 | 285 / 317 | 367 / 407 |
Kinder der Jahrgänge 2019 bis 2023 fahren kostenlos, wenn ein zahlender Erwachsener gleichzeitig einen Pass derselben Art und Dauer kauft. Der Saisonpass für Erwachsene kostet im Vorverkauf bis 24. Dezember 2026 990 €, danach 1.060 €. Für ermäßigte Tarife ist ein amtlicher Ausweis nötig. Einzelne Gebiete bieten auch Talpässe an, die nur für ein Skigebiet gelten und günstiger sein können. Prüfe vorher, ob du den Verbund wirklich brauchst.
Saisonzeiten: wann beginnt der Winter?
Die Saison 2026/27 beginnt je nach Gebiet gestaffelt. Laut Planung öffnet Obereggen am 27. November, Kronplatz und 3 Zinnen folgen am 28. November, Gröden, Alta Badia und das Fassatal planen den 4. Dezember 2026. Das Saisonende liegt für den Kronplatz am 11. April 2027, für Gröden, Seiser Alm, Alta Badia, 3 Zinnen und Gitschberg Jochtal am 4. April 2027. Einzelne Lifte können früher schließen. Alle Termine sind Planungen und hängen von Wetter und Schneelage ab.
Anreise: Auto, Bahn, Flugzeug
Mit dem Auto erreichst du die Dolomiten über die Brennerautobahn A22. Für Gröden verlässt du die Autobahn bei Klausen, von dort sind es rund 20 Minuten nach St. Ulrich. Eine Alternative ist die Ausfahrt Bozen Nord mit Weiterfahrt über Waidbruck. Winterreifen: Auf der A22 und im Stadtgebiet Bozen gilt vom 15. November bis 15. April generell Ausrüstungspflicht, auf den übrigen Straßen der Provinz Bozen nur bei Schnee, Eis oder Glätte. Erfüllt ist die Pflicht mit Winterreifen oder Schneeketten an Bord, mit Bußgeldern zwischen 87 und 345 Euro bei Verstößen.
Mit der Bahn fährst du bis Bozen, Brixen, Klausen oder Waidbruck und steigst auf Bus oder Taxi um. Südtirol Mobil und Sammeltransfers verbinden die Täler mit den Bahnhöfen.
Mit dem Flugzeug liegen Bozen (40 km nach Gröden), Innsbruck (120 km), Verona (190 km) und München (300 km) am nächsten. Von dort geht es mit Bahn, Bus oder Transfer weiter.
Was in Italien gilt
- Helmpflicht: In Italien gilt seit 2022 für Minderjährige eine Helmpflicht auf Pisten. Nach Angaben des Tourismusverbands Gröden gilt sie ab dem Winter 2025/26 für alle Altersgruppen. Der Helm muss zertifiziert sein, Leihhelme gibt es in den Verleihen. Prüfe die aktuelle Regelung vor Ort.
- Haftpflicht: Wintersportler müssen einen Nachweis über eine Haftpflichtversicherung mitführen. Wer im Alpenverein ist, hat eine Sporthaftpflicht, die greift, wenn keine private besteht.
- Lawinenausrüstung: Wer auf Touren in Gebiete mit Lawinengefahr geht, muss LVS, Sonde und Schaufel mitführen, auch bei Pistentouren, Schneeschuh- und Winterwanderungen. Einsteiger finden Grundlagen in unserem Guide Skitouren für Einsteiger.
- Ausrüstung: Gute Kleidung entscheidet, ob ein Skitag Freude macht. Tipps findest du im Guide Layering im Winter.
Einkehr: Hütten und Südtiroler Küche
Zur Dolomiten-Reise gehört die Hütte. Auf den Brettern liegen Speck, Schüttelbrot und Käse, dazu passt ein Südtiroler Wein, wie wir es in unserer Reportage zur Brettljause beschreiben.
Wann reisen?
Die Hochsaison vom 20. Dezember bis 9. Januar und vom 31. Januar bis 20. März bringt höhere Preise: Ein Tagespass kostet dann 89 statt 80 Euro, ein Sechstagepass 453 statt 407 Euro, also rund zehn Prozent mehr. Wer zeitlich flexibel ist, spart außerhalb dieser Zeiträume, etwa Anfang Dezember oder im April. Die gestaffelten Öffnungstermine solltest du bei der Planung beachten.
Häufige Fragen
Brauche ich einen Verbundpass? Nur wenn du mehrere Gebiete oder die Sellaronda fahren willst. Wer in einem Gebiet bleibt, kommt oft mit dem günstigeren Talpass aus.
Ist die Sellaronda etwas für Anfänger? Sie ist mittelschwer. Sichere Fahrer auf roten Pisten kommen gut zurecht, Anfänger sollten sie auslassen oder nur Teilabschnitte fahren.
Wann beginnt die Saison 2026/27? Je nach Gebiet Ende November bis Anfang Dezember 2026, Gröden und Alta Badia planen den 4. Dezember.
Was kostet ein Skitag? Der Erwachsenenpreis liegt 2026/27 bei 80 Euro in der Saison und 89 Euro in der Hochsaison, jeweils für den Verbundpass.
Brauche ich im Winter Schneeketten? Auf der A22 und in Bozen gilt vom 15. November bis 15. April Ausrüstungspflicht. Winterreifen oder Schneeketten an Bord genügen. Maßgeblich ist die Beschilderung.
Fazit
Die Dolomiten verbinden alpine Weite mit italienischer Gastlichkeit. Wer sich vorher für das passende Gebiet entscheidet, den Pass bewusst wählt und die italienischen Regeln kennt, bekommt einen Skiwinter mit Felskulisse, langen Abfahrten und guter Küche. Starte mit dem Gebiet, das zu deinem Können passt, und lass die Sellaronda für den Tag, an dem die Sicht stimmt.
Zusammengestellt aus Angaben der Skiverbünde, Tourismusverbände und Automobilclubs, Stand Oktober 2026. Preise und Termine können sich ändern.


